Rückblick: Tische, Milcheis und ein Stausee

In dem vorigen Post hatte ich die Ausstellung „Aus dem Leben der Tische“ ja schon angekündigt. Und da Sven in der Ausstellung mit seiner Videoarbeit „Summer Break“ vertreten ist, war natürlich klar, dass wir zur Eröffnung fahren.
Nur … wo in aller Welt liegt eigentlich Liesborn/Wadersloh?
Kurzer Blick auf die Karte: Aha, irgendwo nordöstlich von hier, zwischen Hamm und Paderborn, gut anderthalb Stunden enfernt. Also hieß es: Raus aus dem Pott.

Das Museum Abtei Liesborn ist eine ehemalige Benediktinerabtei. Angebaut daran ist heute ein moderner Neubau, ein (für diese eher dörfliche Gegend) stattlicher Kubus, der über eine gläserne Brücke zu erreichen ist. Sowohl im Altbau, besonders aber im Neubau finden sich tolle Ausstellungsräume. Insgesamt hat Kuratorin Ellen Markgraf mal wieder ein gutes Gespür bewiesen bei der Mischung unterschiedlicher Disziplinen. Es ist nicht die erste Ausstellung zum Thema Tisch, die sie kuratiert und organisiert, sondern es handelt sich um ein Projekt namens „Tisch – Da – Sein“, was mehrere Ausstellungen an verschiedenen Orten umfasst.  Bei den beiden, die ich davon bisher besucht habe, merkt man auf jeden Fall, mit wie viel Liebe zum Detail Ellen Markgraf das Ganze kuratiert. Wer demnächst in der Gegend ist, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren. Die Ausstellung läuft noch bis 19.8. und der Eintritt ist frei.

Da wir nicht nur allein wegen einer Ausstellungseröffnung so weit durch die Gegend gondeln wollten, hatte ich kurzerhand meinen uralten Reiseatlas von 1982 eingepackt, der mir schon oft treue Dienste erwiesen hat. Natürlich hätten wir auch auf modernere Medien zur Information zurückgreifen können, aber irgendwie war die Zeit zu knapp und ich bin ja gerne mal ein wenig altmodisch. Außerdem: Einfach kann jeder. Ein kurzer Blick in das alte Schätzchen hatte mir vor Fahrtantritt den Möhnesee mitsamt imposanter Sperrmauer als auf dem Nachhauseweg liegendes Highlight empfohlen. Also nix wie los!

 

Und während wir so über Land juckeln, mache ich plötzlich die Entdeckung des Tages: Bauernhof-Eis aus dem Automaten! Und ein Milchautomat! Und ein Automat, aus dem man Kartoffeln ziehen kann! Großartig! (So etwas kenne ich nur aus dem Norden, Melkhus heißt es dort. Kleine Häuschen, in denen man immer frische Milchprodukte findet.)
Für frisch gezapfte Milch hatten wir leider kein Gefäß dabei, für leckeres Eis allerdings haben wir beide natürlich immer das passende Behältnis dabei!
Und während wir uns das Eis schmecken lassen, schmatzen nebendran die Kühe …
Lieber Ruhrpott, ich hab dich lieb, aber eine Milchtankstelle/ein Melkhus fehlt dir leider.

Schließlich haben wir dann auch endlich den Weg zum Möhnesee gefunden. Hier ein paar Fakten aus dem 80er-Jahre-Reiseatlas:

  • Auf einer Bodenfläche von 1037 ha werden bis 135 Mio. m³ Wasser gestaut.
  • Der eigentliche Stausee hat eine Länge von 11 km.
  • Gesamtlänge des Ufers: 40 km
  • Sperrmauer: 650 m lang und 6,25 m breit
  • Für die Mauer wurden 267000 m³ Material benötigt.
  • 180 Mio. m³ Wasser durcfließen durchschnittlich in jedem Jahr die Mauer.

Beeindruckende Mauer, muss man schon sagen. Aber da es Sonntag war und ausnahmsweise die Sonne schien, soll nicht verheimlicht werden, dass natürlich etliche Touris dort waren. Also so wie wir; also so ähnlich wie sonntags am Baldeneysee, den ich tunlichst nur unter der Woche besuche. Trotzdem war es toll. Kann man als Ausflugsziel empfehlen. Selbstverständlich kann man alles machen, was man an einem guten Touristenziel so machen kann: Tretbootfahren (in Schwänen, Flamingos und Autos!), mit dem Schiffchen fahren, lustige Souvenirs kaufen und natürlich Essen und Trinken. Laut meines unschlagbaren Reiseführers (für den ich an dieser Stelle übrigens keine Gewähr übernehme), gibt es rund um den See noch andere tolle Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben, wie Strandbäder, eine Segel- und eine Windsurfing-Schule, einen Wildpark oder auch einen Naturlehrpfad. Also: Viel Spaß auch außerhalb des Ruhrgebiets!

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11 Kommentare

  1. Mir wirds sofort urlaub-lich zumute bei deinen Fotos. Ab begeistertsten bin ich allerdings von diesem Bauernhofeis. Wie herrlich! Wie, wenn nicht so, sollte Urlaub anfangen? 🙂

    Antwort
    • Ohhja, das war auch auf jeden Fall ein Tag Urlaub. Superschön war’s. Und Bauernhofeis ist das Größte. Geschmacklich wahrscheinlich noch nicht mal sooo toll, aber die Umgebung macht’s.

  2. Fee

     /  26/06/2012

    Der Flamingo ist gut. Aber gegen so einen Schwan kann nichts anstinken. Wusste auch schon Petra!

    Antwort
    • Den Flamingo wollte ich auch gerne in Beschlag nehmen, der Mann war – ganz klassisch – eher von den Autos angetan 😉
      Mensch, jetzt hab ich total auf der Leitung gestanden, wegen Petra! Musste ich kurz nachgucken – aber jetzt weiß ich wieder, hehe.

  3. michaela

     /  26/06/2012

    Du hast recht… die Abtei Liesborn ist immer eine Ausstellung wert. Ich kenne die noch von früher …. aber den Mohnesee muss man eigentlich fast immer meiden. Auch unter der Woche. Lg Michaela

    Antwort
    • Hm, also sooo schlimm fand ich es nicht am See. Wie gesagt, eigentlich stehe ich überhaupt nicht so auf Touriansammlungen, aber es hielt sich eigentlich in Grenzen. Vielleicht hatten wir einfach das Glück der Unbedarften 🙂

  4. Nicole

     /  24/08/2012

    Hej, ich wohne am Möhnesee und bin fast täglich auf der Staumauer unterwegs, aber ganz ehrlich ist es hier bis auf die Wochenenden immer erträglich. Nur ganz schlimm wird es wenn es superschönes Sommerwetter ist – dann scheinen alle hier zu sein 😉
    Liebe Grüße
    Nicole

    Antwort
    • Hallo Nicole, herzlich willkommen 🙂
      Ja, das ist so wie bei uns am Baldeneysee oder überhaupt an der Ruhr. Unter der Woche kein Problem, aber am WE bei schönem Wetter kaum auszuhalten.

  1. Kuhkratzmaschine «
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