Foto der Woche: #1

Aussicht vom Bismarckturm in MH über die Saarner Ruhrauen, 5.1.2014

Aussicht vom Bismarckturm in MH über die Saarner Ruhrauen, 5.1.2014

(Juli und Fee haben mal wieder was Feines zusammen ausgeheckt: das Foto der Woche. Eine schöne Idee, an der ich mich gerne beteilige.)

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Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist … digitanaloptisch!

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Vom 14.09.2013 bis zum 12.10.2013 findet der 3. Schaufensterwettbewerb in Mülheim/Ruhr statt, bei dem Einzelhändler mit Kreativen und Künstlern aller Sparten zusammenarbeiten. Für diesen Wettbewerb gestalte ich in Zusammenarbeit mit AESTATE das Schaufenster (und den Verkaufsraum) der Optik Ziesmann, Friedrichstraße 20.

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Unter dem Motto „Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist … digitanaloptisch!“ präsentieren wir Nadelmalereien, vektorbasierte Grafiken, goldene Tierplastiken und Videos. Die Arbeiten passen perfekt in das Schaufenster der Optik Ziesmann: Die präzise gestickten Nadelmalereien und die vektorbasierten Computerbilder spiegeln die Geradlinigkeit von Lichtstrahlen wider. Wo die Optikerin mit Linsen Lichtstrahlen bricht, durchsticht die Nadel den schwarzen Trägerstoff und es entstehen komplexe und aufwendige Werke.

Der Titel „digitanaloptisch“ spielt auf die drei unterschiedlichen Technologien an, die die drei Partner in der gemeinsamen Ausstellung zusammenbringen: AESTATEs digitale Computerproduktionen, die analoge Technik des Stickens und die optische Arbeit der Firma Ziesmann.

Zur Eröffnung am 14.09.2013 um 11 Uhr wird es einen Rundgang zu ausgewählten Schaufenstern geben. Treffpunkt ist vor dem Café Perfetto, Kohlenkamp 41. Jeder, der mag, ist dazu recht herzlich eingeladen.

Im Anschluss daran freue ich mich ab ca. 13 Uhr über Besucher in der Optik Ziesmann. Selbstverständlich kann man sich das Schaufenster auch außerhalb der Öffnungszeiten anschauen.

Schaufensterwettbewerb Müheim/Ruhr
14.09.2013 bis 12.10.2013
Optik Ziesmann
Friedrichstraße 20
45468 Mülheim/Ruhr

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(Fotos: Sven Piayda)

EGGXPO 2013

Einladung EGGXPO

Osterzeit = EGGXPO-Zeit

Auch in diesem Jahr heißt es wieder: Osterzeit = EGGXPO-Zeit!
Zum nunmehr 7. Mal lädt die EGGXPO ein zu Kunst und Aktion am Osterwochenende von 14 bis 19 Uhr in die Atelier- und Galerieräume des Mülheimer Künstlers Kuno Lange.

14 Künstler aus dem Ruhrgebiet präsentieren in einer gemeinsamen Kunstausstellung Arbeiten unterschiedlichster Genres: Malerei, Bildhauerei, Objektkunst, Grafik, Fotografie und Multimedia.

Wie gewohnt wird die gemütliche und anregende Atmosphäre des Ausstellungsortes ergänzt durch ein abwechslungsreiches Programm, das die Freunde aller Künste anspricht: von den Raku-Aktionen „open air“ bis hin zu der bereits legendären Kunstverlosung von Unikaten der Künstler sowohl am Samstag als auch am Sonntag. (Ich habe selbst vor einigen Jahren ein ganz großartiges Kunstwerk von Claudia Buch gewonnen, es lohnt sich also!)

Auch in diesem Jahr können in einer Online-Kunstauktion noch bis zum 28. März Arbeiten der teilnehmenden Künstler vorab erworben werden! Die Onlineauktion findet ihr hier: Kunstauktion.

Und das besondere Thema in diesem Jahr – der Osterhai kommt!

Teilnehmende Künstler sind:

Christina Böckler, Annette Brunöhler, Peter Helmke, Klaus Jost, Jott Kaa, Kelbassa’s Panoptikum (Detlef Kelbassa + Corinna Kuhn), Janet Kempken, Evangelos Koukouwitakis, Kuno Lange, Alexander Ray, Jochen Schweizer, Wolfgang van Triel, Georg Weber.

30. März 2013:
15 Uhr  Raku-Aktion (Open-air-Keramikbrand)
17 Uhr  Kunstverlosung

31. März 2013:
15 Uhr  Raku-Aktion (Open-air-Keramikbrand)
17 Uhr  Kunstverlosung

An beiden Tagen: Osterhai-Druck-Aktion

Alle Infos sind entweder unter www.eggxpo.de oder bei Facebook zu finden.

Also lautet die Devise wie im letzten Jahr: hingehen, tolle Kunst gucken, kaufen und im besten Falle sogar bei der Verlosung gewinnen!

Heimat

Ein seltsames Gefühl ist es, hier wieder etwas zu schreiben. In den letzten Monaten hatte mich das „echte“ Leben so sehr im Griff, dass an Bloggen nicht mal ansatzweise zu denken war. Schon gar nicht strukturiert. Und das wollte ich ja eigentlich mal angehen – strukturierteres Bloggen; d.h. eigentlich wollte ich dem Ganzen hier eine etwas einheitlichere Richtung geben. Aber das ging gar nicht. Nichts ging mehr, außer den Dingen, die man halt so macht beim Renovieren, Umziehen usw. Und so wirklich geändert hat sich das immer noch nicht. Es gibt so viel zu tun, dass ich nicht nachkomme, aber gleichzeitig ist da diese bleierne Müdigkeit, die mich an manchen Tagen so sehr lähmt, dass ich einfach nur rumliegen will. Na gut, meinen Job mache ich dann zwar schon, aber der Rest? Der ist erst einmal egal. Nun kommt auch noch Weihnachten und das empfinde ich in diesem Jahr als echte Belastung. Keine Zeit, Karten zu schreiben, keine Zeit, Geschenke zu kaufen, keine Zeit, sich irgendwie weihnachtlich zu fühlen.

Ich sitze hier also in diesem neuen Zuhause, das sich schon so altbekannt anfühlt, als hätte ich die letzten zehn Jahre hier verbracht. Aber alles ist chaotisch. Keine Umgebung, in der ich kreativ sein kann. Meine Ideen liegen irgendwo tief vergraben in meinem Inneren und dorthin gelange ich gerade nicht. Keine Kraft, um an der Kunst zu arbeiten, und auch keine, um interessante Blogbeiträge zu schreiben.

Schon lange will ich einen Eintrag schreiben über meine Stadt, meinen Stadtteil und den Ort, der meine Heimat ist (und der zufälligerweise auch noch Heimaterde heißt). Schon lange habe ich eine kleine Serie geplant, um über die netten Ecken von Mülheim zu berichten. Und dann vor einigen Wochen entstand auf einmal diese kleine Reihe von Blogartikeln, in denen Blogger über ihre Stadtteile schreiben (Anne hat die Artikel für das Ruhrgebiet hier gesammelt). Und dort schrieb Uwe über meine Heimat. Er beschreibt die Gegend ganz gut. Vor allem den netten Dorf-EDEKA, in dem man den Einkaufswagen noch ohne Chip bekommt und viel Zeit mitbringen muss. Aber natürlich habe ich tausend Ergänzungen. Will Fotos zeigen, die ich gerade nicht habe, und tausend kleine Geschichten erzählen, die mir einfallen, wenn ich mir seinen Film anschaue, der einen Teil meines täglichen Weges zeigt. Ich habe versucht, diesen Blogeintrag zu schreiben, aber das klappt nicht so recht. Ich verliere mich in diesen tausend Kleinigkeiten, denn ich lebe nicht erst seit siebzehn Jahren hier (seit ich von zu Hause ausgezogen bin), sondern ich habe auch in meinen ersten sieben Jahren schon in diesem Ortsteil gewohnt. Ich bin hier aufgewachsen, in den Kindergarten und zwei Jahre zur Grundschule gegangen und selbst als wir weggezogen waren, habe ich einen Teil meiner Freizeit hier bei meinen Freunden verbracht. Und wenn ich nun über diesen Ort schreiben will, dann fallen mir so viele Sachen ein, dass ich mich darin verlaufe.

Denn natürlich sah es hier früher anders aus als heute und daran muss ich dann unweigerlich denken. So gab es z.B. ein Feld an der Stelle, an der heute Neubauten stehen entlang des Weges, den man in Uwes Filmchen sieht. Dort standen die Pferde vom Kollegen meines Vaters. Und ich erinnere mich an diesen einen Kindergeburtstag, an dem er uns mit seiner Kutsche durch den Ort gefahren hat. War das ein Spaß! Und wenn ich an diesen Kollegen denke, dann fallen mir unsere Besuche in seinem Garten mit den kleinen Walderdbeeren ein, die sooo lecker waren.

Oder der Dorf-Edeka: Der war natürlich früher kleiner, wir wohnten direkt schräg gegenüber und dort, wo sich heute der Parkplatz befindet, stand eine Tankstelle. Den Besitzer kannten wir mit Namen und mein Papa durfte immer sein Auto bei ihm abstellen.

Oder mein Kindergarten: Den gibt es seit einigen Jahren nicht mehr, das Haus ist heute ein Wohnhaus. Aber immer wenn ich daran vorbei komme, muss ich daran denken, wie ich mich mit der Schaukel eingedreht habe und beim Auseinanderdrehen mit dem Kopf vor die harte Eisenstange gedonnert bin.

Oder das Rhein-Ruhr-Zentrum: 1973 wurde es gebaut und es war das erste richtig große Einkaufszentrum. Im Vergleich zu den riesigen Dingern, die es heute gibt, war das echt süß damals mit seinen 57 Geschäften. Später wurde es dann vergrößert und quasi aufgerüstet, damit hat es ein wenig sein Flair verloren. Ich mochte einiges, was optisch noch an die 70er- und 80er-Jahre erinnerte. Überhaupt ist mein Verhältnis zum RRZ recht zwiegespalten. Ich mag es gern an Tagen, an denen ich morgens um elf Zeit habe, mal schnell rüberzuhuschen, wenn der Rest der Menschheit arbeiten muss. Aber ich hasse es samstags, kurz vor Weihnachten oder an verkaufsoffenen Sonntagen. Und vor allem dann, wenn der berüchtigte Trödelmarkt stattfindet, dann ganz besonders. Dieser fürchterliche Trödelmarkt, auf dem es nur Neuware zu kaufen gibt und über den sich Menschenmassen schieben, als ob es nirgendwo auf der Welt etwas Schöneres gäbe.

Und wenn ich so an diesen Trödelmarkt denke, dann muss ich auch an meine erste Wohnung denken, denn die lag noch näher dran am RRZ – ich konnte quasi rüberspucken – und immer wenn Trödelmarkt war, parkten alle vor unserer Haustür, in unserer Einfahrt, hinter unseren Autos, sodass wir nicht mehr rausfahren konnten. Scherte sich keiner drum, war allen egal. Ich muss also an meine erste Wohnung denken und die lag nicht nur in Spuckweite zum RRZ, sondern damit natürlich auch zur A40. Und Spuckweite muss man hier wörtlich verstehen: Die Leute, die den Fußweg neben der Autobahnmauer entlang zur U-Bahn gingen, konnten direkt in mein Schlafzimmer schauen, wenn ich die Rollos hochgezogen hatte. Es waren etwa zwei Armlängen bis zu meinem Fenster, vielleicht auch drei, aber mehr sicher nicht. Aber schön war es trotzdem. Sechs Jahre habe ich dort verbracht, in einer „Hausgemeinschaft“ mit meiner Schwester und ihrer besten Freundin. Mit einem Garten, einer Dadscha und vielen Partys. Besser hätte eine erste eigene Wohnung nicht sein können. Die Vermieterin war eine alte Dame, der wir unser Wassergeld jeden Monat persönlich nach Hause brachten. Unvorstellbar heute. Das schöne Leben dort endete leider sehr unschön mit dem Tod der Vermieterin, einer Erbengemeinschaft, dem Hausverkauf, schlimmen neuen Vermietern, noch schlimmeren Nachbarn und letzendlichem Rausschmiss durch die neuen ekligen Vermieter. Wie sowas eben so läuft.

Und wenn ich an meine erste Wohnung denke, muss ich natürlich auch an alle folgenden denken. Den Auszug von Zuhause mitgerechnet bin ich insgesamt fünfmal umgezogen. Dabei blieb ich immer innerhalb des Stadtteils Heißen, zu dem auch der Ortsteil Heimaterde gehört, bis heute. Für viele sicher unvorstellbar. Aber man ist ja hier mittendrin im Ruhrgebiet, alles ist schnell erreichbar, kein Grund also, wegzuziehen. Und waren die Wohnungen zwar immer sehr unterschiedlich (und vor allem die Nachbarn), so blieb mir dafür die bekannte Umgebung als Konstante erhalten. Spießig, ich weiß, aber beruhigend.

Es fällt mir noch so vieles ein, über das ich noch nicht geschrieben habe. Der tolle Wald (das Rumbachtal), der fußläufig erreichbar ist und in dem man so schön spazieren gehen kann; der geschichtliche Hintergrund der Heimaterde, die ab 1918 als Siedlung für die Krupp-Mitarbeiter gebaut wurde; die poetischen Straßennamen wie „Zwischen den Gärten“ oder „Sonnenweg“.

Und dann fallen mir auch noch mindestens genauso viele Sachen über den Stadtteil ein, in dem ich den Rest meiner Kindheit verbracht habe, über die anderen Stadtteile von Mülheim, in denen ich aus unterschiedlichen Gründen auch viel Zeit verbracht habe, über Essen, über Oberhausen, über Duisburg und Bochum, über das Ruhrgebiet, über die Niederlande, über Benelux. Heimat ist eben nicht nur an einem Ort, Heimat ist überall dort, wo man schöne Erinnerungen gesammelt hat und wohin man immer wieder gerne zurückkehrt.

Aber am meisten Heimat steckt für mich in der Heimaterde.

Ssinter Mätes … oder der heilige Martin

Heute ist Sankt Martin.

Heute! Es war nicht gestern, nicht vorgestern und auch nicht am vorigen Wochenende.
Heute – am 11.11.

Warum das so wichtig ist?
Nun, ich bin schwer traumatisiert, was das Martinssingen aus meiner Kindheit angeht. Und das möchte ich anderen Kindern ersparen, deswegen muss mal jemand das richtige Datum nennen.

Auch bei mir gab es bestimmt viele schöne Jahre, an denen ich am Martinszug teilgenommen habe und zusammen mit meinen Eltern und anderen Kindern viel Spaß beim Singen an Haustüren und Einsammeln von Süßigkeiten hatte. Nur leider kann ich mich an diese schönen Momente gar nicht bis kaum erinnern. Denn sie werden überschattet von dem einen Martinssingen, an das ich mich erinnere:

Ich muss wohl schon etwas größer gewesen sein, denn ich war ohne meine Eltern unterwegs. Voller Vorfreude hatte ich mich auf den Weg gemacht und dann bekam ich an fast allen Haustüren Folgendes zu hören: „Tut uns leid, wir haben gar nichts mehr, die Kinder waren doch alle schon gestern und vorgestern da.“

Wie bitte? Wofür gibt es denn ein feststehendes Datum, wenn jeder macht, was er will? Das geht so nicht.

Am 11.11.  wurde der heilige Martin von Tours beerdigt und deswegen ist der 11.11. auch der Martinstag, bitteschön.

Und obwohl mir Sankt Martin folglich in nicht ganz so guter Erinnerung geblieben ist, liebe ich unser mölmsches Martinslied „Ssinter Mätes Vögelsche“. Das kennt eigentlich keiner, der nicht selbst aus Mülheim kommt, denn Mölmsch Platt ist unsere ureigene Mundart. Und wer jetzt an „hömma, samma, kannze ma“ denkt, der liegt völlig falsch! Mölmsch Platt liegt irgendwo zwischen Holländisch und Plattdeutsch aus dem Norden. Und wenn man als Mülheimer Pflanze, wie ich sie bin, ganz viel Glück hat, dann bekommt man ein paar Brocken dieser Mundart von seinen Eltern oder Großeltern beigebracht, so wie ich von meiner Großmutter und meinem Vater.

Viel kann ich nicht, aber „Ssinter Mätes“ bekomme ich noch zusammen:

Ssinter Mätes Vögelsche,
heet soan roat Kapögelsche,
cheflooge, chestoowe;
wiit, wiit öwer dä Rhin,
wo de fette Färkee sinn.
Chutt Frau, chiff us wat,
all de Hünnerkes legge wat!
Do boowen en de Fääsche,
do hange de lange Wööste,
chiff us de lange, lott de kotte hange,
lott us nee soa lang hie stoon,
wei wille noch en Hüüske widder choon.

Hie van do noo Äässe, hoal’n en fette Blässe.

Hie vöar, do vöar,
vöar de riike Koupmannsdöar.

Hier wohnt ein reicher Mann,
der uns was geben kann,
viel soll er geben,
lang soll er leben,
selig soll er sterben,
das Himmelreich ererben.

Die Maat, die löpp de Trappe eropp,
se pack waal en de Nöötesack,
se pack waal nee doneewe,
se sall us waal wat cheewe.
Chiff wat, haul wat,
teegent Joor wiier wat.
Ssinter Määtes Stuppstatt.
Schmiit dän Appel döar dat Chatt,
schmiit en nee soa wiit,
söös fällt he en dä Driit,
schmiit en nee soa hatt,
söös fällt he en dat Chatt!
Muus, Muus, kumm eruut,
chiff us Äppel un Nööte,
Äppel un Nööte sinn soa chutt
föar dän aulen Patsfoot!

(Und wenn man nichts bekommen hat, folgt dieses:)

Dat Huus, dat steiht op einem Pinn,
do wonnt dä chitzige (soa un soa) drinn!

Sieht ganz schön komisch aus, was? Das kommt wohl daher, dass Mölmsch Platt eigentlich nur mündlich weitergegeben wird. Wer mehr darüber wissen möchte, kann z.B. hier nachschauen (da gibt es auch eine Übersetzung des Liedes). Wie schade, dass ich diese „Sprache“ nicht komplett beherrsche und dass sie generell immer weniger Leute sprechen. Abhilfe kann da ein Sprachkurs bei unserer VHS schaffen, denn dort kann man es noch richtig lernen.

In diesem Sinne:

Uss Moodersprook                   

Off dat wahl woar, wat ick do hoar,
Wat ssich die Lüt vertelle,
Dat we-i in twintig – dattig Johr
Die platte Sprook wahl ne meahr häwwe?
Ke-in Wötsche Platt in user Stadt,
Chekallt van kle-in un chroat?
Me-i dünk, en Voolk chanz oahne Platt,
Dat öss lebendig doat.

Dat ssök noh Bloomen, die verblüht,
Noh Litsches, die verklunge,
Die all vöar houned Johr am Oat,
Cheplooch un ouk chessunge.
Dat ssök noh Wöat, die nimeahr do.
Die Laund un Lüt verboune.
Die Wöat, die all van aulers heer,
Uss Mölmsche Aat bekoune.

Ick chohn doar min aul Vaaderstadt,
Me-i öss dobe-i ssu bang,
Dat e-ines Daags uss Moodersprook,
Verlüüs dä ssööte Klang.
Merr – do höar ick die Klocken lühe,
Sse klingen hattlich me-i inŽt Oahr,
Ssoa ssall uss Moodersprook ouk klinge
Wahl noch in dousend Johr.

(Fritz Sauerbrey)

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